Labor:
forschen, experimentieren, spielen im Wortsinn.
Hierher kommen wir ganz entspannt und ohne Groll, wenn wir etwas noch nicht können, um herauszufinden, woran es liegt.
Das hat nichts mit Einsicht ins eigene Unvermögen zu tun, nicht mal mit Geduld oder anderen Sekundärtugenden - sondern mit Spieltrieb, Experimentierfreude und Forschergeist.
Labor-Gedanken:
Denken: Von der Musik zur Körpermitte: 1. Was willst du hören? 2. Was soll die Saite machen, der Bogen machen? 3. Wie ermöglichen wir das? 4. Was soll an der Stelle passieren, wo die Musik faktisch entsteht, also ein Finger (links)/der Bogen (rechts) die Saite berührt? 5. Was braucht diese Stelle vom "Rest von dir"?
Spielen: Umgekehrt: Von der Körpermitte zur Musik: Entlaste die Stelle, wo die Musik entsteht (s.o.), so gut du kannst. "Umgekehrte Subsidiarität": Vom Groben ins Feine. Der Spielfinger links z.B. läuft immer Gefahr, unter Niveau beschäftigt zu werden.
Je mehr Körperteile (Gelenke) beteiligt sind, desto besser klingt's.
Nur ein bewegter Körper ist bewegungsbereit. Also: Vom Schnellen ins Langsame.
Sich beobachten: Ist der ganze Körper mit dabei?
Also: Vom Großen ins Kleine.
(Das ist wahrscheinlich das, was immer wieder links wie rechts als "Armgewicht" bezeichnet wird - ein Begriff, der m.E. nur dann richtig ist, wenn man den Ort, zu dem jeweils die Kräfte wirken sollen, als den momentanen Erdmittelpunkt sehen will - auch eine schöne Vorstellung!)
Man muss seine agierenden Körperteile zumindest zeitweise in eine Hierarchie bringen. (welches führt, welches folgt).
Daumen sind ganz normale Finger und müssen immer mal dran erinnert werden, dass sie sich auch so benehmen sollen.
Die linke Hand muss nicht so genau wissen, was die rechte tut. Umgekehrt aber schon: Der Bogen muss die Länge der schwingenden Saite immer "wissen".
Auf- und Abstrich ist Geigerlogik.
Extrahiere eine Bewegung, bei der du noch Blockaden spürst (oder fürchtest) und übe sie separat, bis sie "einfach" wird und zu dir gehört.
Für lange Phrasen muss man ein gutes Gedächtnis (an den ersten Ton) haben. Oder: Woran merkt man, dass man sich einen Ton merken muss, weil er der Anfang einer langen Phrase sein wird?
Man muss schwere Stellen öfter wiederholen als man die Luft anhalten kann (und so lange, bis man nirgendwo mehr Verspannungen erfühlen kann).
Zur Virtuosität gehört das emotionale Gedächtnis für den Affekt des Unbesiegbaren.
Praktische Gehörbildung ist das A und O, man muss dabei switchen können zwischen absolut und relativ (siehe Turnhalle)
Wenn man etwas immer noch nicht kann, reicht die Kreativität noch nicht aus für die Erkenntnis welche EINE Übemethode man vergessen hat.
Man muss das Gehirn beschäftigen, sonst macht es Unsinn, auch und vor allem im Konzert.
Es muss immer eine Geschichte erzählt werden.

Intonations-Versicherungs-Massnahmen-Sammlung (Vielen Dank für's Forschen und Sammeln an Luzie!)
SINGEN: Durch Singen hat man den Ton präzise im inneren Ohr verankert.
NOTEN lesen (keine Fingersätze): Noten, die man liest, sind keine Zahl, sondern eine Stelle auf der Saite.
Üben mit DRONEton/BASSton: Man kann sich gut an ihm orientieren, und weiß sicher, wenn was richtig ist.
ABSCHREIBEN: Man verlangsamt dadurch den Prozess des Notenlesens und das innere Ohr kann besser folgen.
AUFSCHREIBEN, was man spielt, spielen, was man aufgeschrieben hat, in ganz kleinen Einheiten
IMPROVISIEREN: Man muss sich gut konzentrieren und genau voraushören, was man spielen will.
ZUSAMMENSPIEL: Man orientiert sich an dem, was man hört, profitiert von anderen und übt Aufmerksamkeitsregulierung.
BEWEGUNG: Ein bewegungsbereiter Körper reagiert schneller auf das innere Ohr.
VORÜBUNGEN erfinden, die ein bisschen schwieriger sind.