Unerhört!
Musik von Komponistinnen
Isabella Leonarda - Emilie Mayer - Louise Farrenc - Fanny Hensel - Cécile Chaminade - Johanna Müller-Hermann - Germaine Tailleferre u. a.

Die Fokussierung des konventionellen Konzertrepertoires auf einen Kanon von Werken bekannter - in aller Regel: männlicher - Komponisten zeitigt immer noch die Folge, dass sehr viel beachtenswerte Musik weitgehend ungehört bleibt. Über Komponistinnen können in diesem Zusammenhang viele Geschichten von „Unerhört-Momenten“ erzählt werden: Geschichten von (eigentlich wohlmeinendem) Paternalismus und von sexistischen Narrativen à la „Frauen können nicht komponieren!“ - aber auch von ehrlicher Unterstützung und aufrichtiger Kollegialität. Geschichten von Hierarchien, „Mansplaining“ und althergebrachter Benachteiligung, von Verzweiflung - aber auch von Mut. Dabei sollte es uns doch gerade nicht um das Geschlecht eines kreativen Menschen, sondern einfach nur um Musik gehen: Musik, die erfreut, inspiriert, belebt und die den Respekt bekommt, den sie verdient.
Heute gelangen wir allmählich zu einem klareren Verständnis davon, mit welchen Erschwernissen sich komponierende Frauen in allen Zeiten konfrontiert sahen und wie ihre künstlerische Entfaltung behindert wurde. Dass es so viel weniger von Frauen als von Männern veröffentlichte Musik gibt, ist das Resultat gesellschaftlicher und kultureller Konventionen und (Fehl-)Entwicklungen, die immer noch nicht ganz überwunden scheinen. Dabei ist festzuhalten: Eine Trennung zwischen männlicher und weiblicher Musik vorzunehmen, ist und war schon immer inhaltlich vollkommen haltlos.
Daher widmen wir uns immer wieder mit besonderem Interesse den Werken von Komponistinnen, nicht nur bei den bereits zur Tradition gewordenen Konzerten zum 8. März.