Zeit
Musik für Violoncello und Cembalo/Klavier
ZEIT
ZEIT ein-/aufteilen
aus: Folies d’Espagne (Marin Marais)
Eine Auswahl aus 32 Möglichkeiten, 16 Takte nach einer wiederkehrenden Harmoniefolge zu füllen.
ZEIT nicht messen/messen
Tocade – Courante – 2e Courante (Elisabeth Jacquet de la Guerre)
Ein Prélude non mesuré verzichtet auf die Festlegung bestimmter Notenwerte. Jacquets Prélude – hier Tocade genannt – rahmt einen normal notierten bewegten Mittelteil mit freirhythmischen = „nicht-mensurierten“ Abschnitten ein.
Perpetuum mobile (Erwin Schulhoff)
Dieser Satz aus Schulhoffs „Bassnachtigall“ kennt wiederum gar keinen Takt.
ZEIT verdichten - Moment musical
Solosonate op. 25, Nr. 3 - 4. Satz: Lebhafte Viertel (Paul Hindemith)
Walzer Des-Dur op. 64,1 (Frédéric Chopin)
Zwei unterschiedliche musikalische Moment-Aufnahmen: eine komponierte Flüchtigkeit und der sogenannte „Minutenwalzer“. Letzterer sollte übrigens niemals in nur einer einzigen Minute gespielt werden, denn dazu müsste man das musikalisch sinnlose Tempo von Viertel = 420 (oder Achtel = 840) anschlagen.
ZEIT aufheben - Collage
aus: Tristan und Isolde I (Richard Wagner)
Vexations (Erik Satie)
Skizze in d (Christian Schmitt-Engelstadt)
aus: Tristan und Isolde II (R. Wagner)
Musikgewordene Ewigkeit im Augenblick – „senkrecht zur ZEIT“ – umrahmt „Quälereien“, denen ihr Komponist lakonisch anmerkte, dass man sich „in größter Stille und Regungs-losigkeit“ vorbereiten müsse, wenn man sie 840mal spielen wolle (- ganz so viel ZEIT nehmen wir uns aber heute nicht) sowie eine erst gleichZEITige und dann ZEITverschobene Hommage an Satie.
LebensZEIT
As time goes by (Herman Hupfeld)
Ein ganzes Leben (Christian Schmitt-Engelstadt)
Zum Schluss zwei kleine ZEIT-Reisen - zum Film und zur Poesie: der ikonische, durch „Casablanca“ (1942) bekannt gewordene Song (1931) und der Soundtrack zu den von Joachim Ringelnatz im Jahr 1933 veröffentlichten Lebenserinnerungen eines Eintagsfliegen-Ehepaars
